Freitag, 20. februar 2009
Ein paar Zeilen zu China:

Als erstes, was mir alles berichtet wurde, bevor ich ankam aber nachdem ich meinen Flug schon gebucht hatte:

  • China ist abartig kalt. So kalt, dass man es draussen nicht aushält.
  • Die Chinesen sind unfreundlich.
  • Die Chinesen weisen dich in die falsche Richtung, wenn du sie nach dem Weg fragst.
  • Die Chinesen starren einen an, weil ein nicht-asiatisches Gesicht ihnen fremd ist.
  • In China werden europäische Frauen geklaut und an Bordelle weiterverkauft.
  • In China wird sehr viel geklaut.
  • Viele Raubüberfälle enden mit dem Tod.
  • In China haben öffentliche Toiletten keine Kabinen
  • In China kann man nur verloren gehen
  • In China sind die Standards für Sauberkeit sehr gering
  • China ist sehr verdreckt

Nun meine Erfahrungen und Beobachtungen:

  • Ja, China ist kalt. Und durch die Nähe zu Sibirien meine ich kalt. Es ist eine sehr trockene Kälte und wenn Wind dazu kommt, hält man es sicherlich kaum aus. Ich hatte aber sehr viel Glück mit dem Wetter. Bevor ich anreiste, herrschten -20°. Als ich ankam, herrschten 2°, was ok war. In der zweiten Hälfte meines Aufenthaltes ging es dann unter 0° und ich fror. Trotzdem fand ich das Wetter gut. Winter eben. Habe keine Sommertemperaturen erwartet.
  • Unfreundliche Chinesen habe ich nicht kennengelernt. Sie haben nur etwas schroffere Umgangsformen. So darf man nicht erwarten, dass einem Platz gemacht wird, wenn man aus dem Bus oder der Bahn steigen will. Wer raus will, muss sich durchschlagen. Und wer das nicht kann, muss eben weiterfahren.
  • Habe mich in China einige male verwirrt. Dummerweise sind die meisten Straßenschilder auf chinesische und bringen einem nicht wirklich viel. Fragt man aber einen Chinesen nach dem Weg, versucht er sein bestes einem zu helfen. Da muss man sich aber mit der Zeichensprache gut auskennen. So holte ich oft meinen Stadtplan raus, zeigte auf mich selber und dann auf den Plan. Sollte heißen: Wo in Herrgottsnamen bin ich grade? Oder aber ich zeigte auch einen Punkt im Stadtplan und zeigte dann in alle Richtungen um mich herum. Sollte heißen: wie komme ich dorthin? Hat man nicht immer verstanden. Diejenigen, die mich verstanden haben, haben mir ganz ausführlich beschrieben, wie ich hinkommen. Auch chinesisch. Ich habe kein Wort verstanden, sagte immer wieder "due, due" (ja, ja), nickte und endete mit "shie-shie" (danke). Es dauert, bis man einen findet, der einem die Route erklärt, indem er auf den Stadtplan zeigt. Anscheinend beschreiben die Chinesen lieber. Und sind sehr glücklich, wenn sie meinen einem geholfen zu haben.
  • Ja, in China kann man schon mal angestarrt werden. Passiert recht häufig. Aber auch nur, weil man als nicht-Asiate als schön gilt. Ich habe es mir im Kosmetik Salon erklären lassen: Chinesinnen mögen dunkle Männer, die behaart, gross und muskulös sind. Als schön gilt auch, wenn Menschen eine gerade Nase haben. Das erklärte mir die Angestellte, die mich eine Stunde lang massiert hat und meinte ich hätte eine ganz tolle Nase und viele Chinesinnen hätten gerne so eine Nase wie meine. Kann meine Familie nicht nachvollziehen. Einer der Schweden, den ich auf dem Schiff nach China kennengelernt hatte, lag neben mir. Ich merkte wie die Kosmetikerin ihn anhimmelte.  Ihr english war nicht so gut, daher zeigte sie auf den Schweden und meinte "Handsome". Ganz toll fand sie seine Arme und Beine. Klar, war ja auch ein Wasser-Polo Spieler. Und seine Beinbehaarung. Als er ihr dann seine Brusthaare zeigte, dachte ich, dass die Frau gleich ausflippt vor Begeisterung. Dann fragte ich die junge Frau, wie ihr Ehemann aussehe. Ihre Beschreibung ergab, dass er klein, schwach gebaut und unbehaart war. Seine Nase war rund und seine Haut alles andere als braun gebrannt. Mein Gott. diese Frau hat also einen Mann geheiratet, der ihrem Schönheitsideal fundamental widerspricht.
  • In China werden europäische Frauen nicht geklaut. Zumindest scheint es mir nicht so. Bordelle gibt es dennoch. Sehen dann so aus wie die in Amsterdam: es gibt Frauen im Schaufenster, aber sie sind angezogen. Sehr interessant, wie unterschiedlich das Geschäft mit der Lust in Japan und China abläuft.
  • Chinesen sind deutlich größer, als ich es mir gedacht hatte. Ich dachte ich wäre dort ein Riese, aber es gab viele Frauen, die größer waren als ich.
  • In China gibt es sicherlich viele Taschendiebe. Das merkt man auch daran, dass alle auf ihre Taschen aufpassen. Wenn man sich aber nicht allzu dumm anstellt, sollte man nicht beklaut werden. Auf dem Schiff von Japan nach China habe ich meine Kabine mit einer Chinesin geteilt. Sie meinte ich wäre verrückt alleine nach Peking zu fahren. Sie wäre schon mehrmals in Tianjin, wo sie herkommt, beklaut worden. Ist mir nicht passiert. Habe aber auch viel aufgepasst. So habe ich meine gesamten Wertsachen und Papiere stets in einem Reisegürtel getragen, der wiederum in meiner Hose versteckt war. Mit modisch bewusst war da nix.
  • Das mit den öffentlichen Toiletten stimmte schon und war eine Überraschung. Man gewöhnt sich aber dran. Manchmal kann man seine Stadtroute auch so auslegen, dass man zwischendurch an einem McDonalds oder einem KFC vorbeikommt und auf Klo kann. Wenn das nicht geht, ist gemeinschaftliches Pinkeln angesagt. In den Hutongs z.B, wo Menschen leben, gibt es nur solche öffentliche Toiletten. Da wird eben alles gemeinschaftlich gemacht. Ich glaube das führt dazu, dass Menschen eine ganz andere Beziehung zu ihren Körperfunktionen haben. So pupsen Menschen auch in der Öffentlichkeit. Ist ganz normal in China. Einmal hat eine alte Frau so laut gepupst, dass ich gar nicht glauben konnte, dass das ein Pupser war :P
  • In China geht man leicht verloren, da es keine englischen Strassenschilder gibt. Und ein Touristen-Stadtplan ist in Latein geschrieben, was kein Chinese lesen kann. Also bringt es nicht viel, ihm den Stadtplan zu zeigen. Geht man dann verloren, ist Geduld angesagt. man muss so lange laufen, bis man einer U-Bahnstation begegnet. Da steht der Name auf Latein drauf und man kann dann im Stadtplan nach der U-Bahnstation suchen. In den Hutongs sollte man sich allerdings nicht verlaufen. Die sind nämlich wie ein Laryrinth aufgebaut und man verliert ganz schnell die Orientierung.
  • Die Vorstellungen von Sauberkeit sind in China gewöhnungsbedürftig. Allerdings muss ich sagen, dass ich oft etwas gegessen habe, wo ich dachte, dass mein Magen das auf keinen Fall mitmachen wird. Vorsichtshalber habe ich nur dann gegessen, wenn ich auf dem Nachhauseweg war und wusste, dass ich binnen 30min da bin. Hatte aber nie Beschwerden. In Japan hingegen war ich einmal billig essen und hinterher musste ich doch schneller nach Hause gehen als geplant. Hat sich also nicht ausgezahlt.
  • Verdreckt ist China nicht. Es erscheint nur schmutzig, da vieles noch grau und braun ist. Und dann noch die Luftverschmutzung... ein Nebel von Smog nimmt einem die Sicht. Auf meinen Fotos erscheint China nebelig. Daher musste ich mir Postkarten kaufen, damit Farbe zu erkennen ist.  Mit meiner Kamera konnte ich nur graue Fotos machen.
  • Die Chinesen haben eigenartige anti-Terror Maßnahmen. So werden in U-Bahnen und an wichtigen Gebäuden die Taschen gescannt. Ich habe 10 Tage lang mein Messer im Rucksack mit mir rungetragen, hat keiner beanstandet. Schaut man dann hinter den Tresen stellt man fest, dass die Angestellte sich grad die Nägel feilt. Es ist also alles entspannt.
  • In China haben Menschen Zeit zu leben. Man findet Menschen in den Parks, an touristischen Zentren, die sich einfach nur treffen. Sie spielen Karten, musizieren, singen, spielen Federball, tanzen und machen zusammen sport. Und jeder kann mitmachen. Finde ich ganz toll. Da bin ich auch bereit auf eine funktionierende Klospülung zu verzichten.
  • Die meisten Touristen in China stammen aus China. Denn erst in den letzten Jahren ist der Wohlstand gestiegen und erlaubt es den Chinesen zu verreisen. Daher sind die meisten Touristen Innländer.
  • Im Gegensatz zu den Russen, die heute Stalin verteufeln, wird Moa weiterhin verehrt. Die Schlange zu seinem Maursoleum war so lang, dass ich schon keine Lust hatte mich anzustellen. Zudem findet man Poster, T-shirts und alles andere, mit einem Bild von ihm. Er ist hier eine Kultfigur, die Ché in nichts nachsteht.
  • Chinesen sind anscheinend sehr gläubig. In den Tempeln wird richtig gebetet, man geht auf die Knie, hinterlässt Opfergaben (Früchte der Saison) und spendet eine Kleinigkeit. Wenn ich eine Kirche betrete, weigere ich mich, mich zu bekreuzigen. Das Weihwasser fasse ich erst recht nicht an. Wer weiß schon, was da passiert. Vielleicht fange ich Feuer :P
  • Preise verhandeln finde ich anstrengend. Macht auch Spass, wird aber mit der Zeit wirklich anstrengend. Mal eben was kaufen ist nicht drin. Selbst bei Früchten muss man feilschen.
  • China hat die Bedürfnisse der Ausländer noch nicht verstanden. In Bus und Bahn wird mit einer sehr deutlichen Stimme "The next station is" gesagt und dann kommt ein chinesischer Name, der so schnell ausgesprochen wird, dass man ihn sich unmöglich merken und mit dem Reiseziel auf der Karte vergleichen kann. Der Name der Station müsste auch Ausländersicher klar und langsam ausgesprochen werden. Ich bin mehrmals falsch ausgestiegen.
  • In Peking gibt es einen Russenviertel. Da kann man vor allem Petze kaufen. Peinlich, peinlich...
  • China ist vor allem spannend, weil der Spalt zwischen Moderne und Tradition noch so deutlich ist. In ein paar Jahren wird die Moderne gesiegt haben.

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Dienstag, 17. februar 2009
Letzter Tag in Beijing und es schneite. Es ist kalt. Sehr kalt. Sibirisch kalt.

Heute ging es zum Flughafen, um nach Hause zu fliegen. Meine Stimmung hielt sich in Grenzen. Der Flughafen in Beijing ist riesig. So gross, dass man nach Gebäckabgabe in eine U-Bahn steigt, die gut 3min. durch den Flughafen fährt, um einen zum richtigen Gate zu bringen. Und alles sehr chick.

Fraulein Schusselig hat wieder etwas verloren: das Messer. Das ist nun das zweite mal. Ich habe vergessen es aus meiner Handtasche rauszunehmen und in mein Gepäck zu stecken. Da wurde mir bei der Personenkontrolle das Messer entnommen. Dabei war es soo gut. So ein käse. Da der Flughafen so gross ich, konnte ich nicht einmal zurück, um es nachträglich in meine Reisetasche zu stecken.
Hier nun eine Frage an das Sicherheitspersonal: ich darf kein Messer an Bord nehmen. Kann aber -nachdem ich die Sicherheitskontrollen passiert habe- im Duty-free shop eine Flasche Wein kaufen. Wenn ich nun die Crew umbringen wollte, koennte ich doch die Flasche zerbrechen und dem Personal mit dem Flaschenkopf die Kehle durchschneiden. Warum darf ich also mein Reisemesser nicht an Bord nehmen, wenn ich im Duty-free Shop ein Mordinstrument kaufen kann? Zollfrei versteht sich.

Und weil ich über den Verlust meines Messers so frustriert war, habe ich im Duty-free Shop eine Flasche japanischen Pflaumenwein gekauft. Dabei habe ich vergessen, dass ich in Frankfurt umsteigen und daher wieder die Sicherheitskontrollen passieren muss. Ich hatte mir ein Plan ausgedacht. Sollten das Sicherheitspersonal meine Flasche beschlagnehmen wollen, mache ich sie an Ort und Stelle auf und trinke die Flasche leer. Anschließend kotze ich zum Trotz das Flugzeug voll. Dazu kam es aber nicht. Ich wurde gebeten meine Flasche am Check-in Schalter abzugeben. So kam ich nüchtern in Berlin kam. War ganz gut so. Sonst hätten meine Eltern gedacht, dass die Australier keinen guten Einfluss auf mich hatten.
Bemerkung zum Frankfurter Flughafen. Ich wurde genötigt meine Schuhe auszuziehen, weil es bei mir gepiept hat. Eine sehr explosive Angelegenheit, zumal ich die warmen Wanderstiefel bereits seit 14h trug.

Ungleich wie vorhergesehen, grüsste in Berlin meine Mutter zu erst. Sie stand nämlich direkt am Ausgang. Der Hund war an der Leine, die Leine in der Hand meines Vaters und mein Vater stand -wie immer cool- am anderen Ende des Flughafens. Neben ihm meine Schwester. Das hat mich voellig irritiert. Ich wusste nicht, wen von beiden ich erst umarmen sollte. Nächstes mal werde ich dem Begrüßungskommitee beischeid sagen, in einer Gruppe zusammen zu bleiben. Ein Schildchen mit meinem Namen wäre auch nett. Sonst hat sich das Begrüßungskommittee sehr an das vorgesehene Protokoll gehalten. Zum Mittag gab es Fesenjun, zum Frühstück Halim und frische Brötchen. Schlafen konnte ich aber nicht so gut. Mitten in der Nacht ging ein Wecker an. Erst dachte ich: so ein Blödsinn, wer stellt einen Wecker für so eine Uhrzeit? Dann fiel mir auf, dass der Wecker im Wohnzimmer sein muss. Genau dort, wo mein Rucksack ist und genau dort, wo meine Eltern schlafen. Upsi, das ist ja mein Wecker. Der tickt noch nach chinesischer Zeit und weckt mich grade, um zum Flughafen zu gehen. Um mich nicht schuldig zu bekennen, bin ich lieber im Bett geblieben und tat so, als wüsste ich überhaupt nicht, was da klingelt. Um 4 Uhr wachte ich dann auf. Hellwach. Bis 5 habe ich es im Bett ausgehalten. Dann wurde mir langweilig. Also bin ich aus dem Bett. Erst habe ich die Badezimmertür aus versehen zuknallen lassen. Dann habe ich den PC angemacht und vergessen die Lautsprecher auszustöpseln. Daher gab es eine laute dadadada Windows Willkommens Melodie für alle. nach 2min stand mein Vater an der Tür: "
Gut, jetzt hast du mich also zum dritten mal geweckt. Zieh dich an, wir bringen den Hund raus." Unschuldig meinte ich: "hä, wieso denn drei mal?" Da hat er die Melodie meines Weckers nachgesungen.

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Montag, 16. februar 2009
Ein Tag vor meiner Abreise stellte ich fest, dass ich noch nicht genug gesehen habe. Daher ging es am morgen zum Lama-Tempel, wo noch immer ein paar Mönche leben. Hatte aber nicht damit gerechnet, dass es so kalt werden könnte und war zu dünn angezogen. Statt Wanderstiefel trug ich meine Turnschuhe. Schlechte Entscheidung. Schlecht war auch die Entscheidung die Handschuhe draussen anzuziehen und nicht schon im Hostel. In der Zeit, die ich brauchte, um meinen Rucklsack aufzumachen und meine Handschuhe zu finden, waren meine Hände schon kalt. Halb erfrohren habe ich noch ein paar Hutongs gesichtigt. Durch die Kälte war ich dann gezwungen in einem der chinesischen Imbisse was warmes zu essen. Sonst esse ich nur, wenn ich auf dem Weg nach Hause bin. Nur für den Fall, daß mein Magen die Nahrungsaufnahme verweigert. Ist aber alles gut gelaufen und ich konnte mich an einer Schüssel Warmwasser, die man mir zu trinken gab, aufwärmen. Die Dumplings (gefüllte Teigtaschen) waren auch hilfreich. Leider war die Küche unbeheizt und in der Zeit, in der meine Hände auftauten, wurde meine Füße kalt. Bin dann losgehumpelt und bin nochmal zum Drum Tower, wo ich ein nettes Teehaus gefunden hatte. Ich habe die Besitzerin (Lucy) besucht und meine Eindrücke von China geschildert. Lucy  ist sehr nett und hat auch einen Blog: http://blog.sina.com.cn/teafeel
Aufgewärmt ging es weiter zum Beihai Park, den ich nachts zum Laternenfestival sichtigt hatte. Schön. Irgendwie habe ich dann noch den Bus nach Hause gefunden und bin mit einem der Schweden zum Kleidermarkt, um meine letzten Yuan zu verpulvern. Wieder heim hieß es schnell umziehen, denn ich hatte mir Karten für eine Kon-Fu Show gekauft. Schöne Show. Sehr sehenswert. An einem anderen Tag hatte ich die Actobatic Show besucht. War auch sehr schön, aber ich habe schon genug Akrobatik in meinem Leben gesehen. Kon-fu hingegen war völlig neu. In der Nacht habe ich dann meine Sachen gepackt und musste schon ins Bett, denn um 7Uhr hiess es aufstehen, frühstücken und zum Flughafen fahren :(

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Montag, 16. februar 2009
Doppelt gemoppelt. Ende und Abschluss. Heute geht mein Jahr im Ausland zu ende. Langes Fazit:

  • In einem Jahr habe ich sehr viel verpasst: als erstes alle Geburtstage. Und öh, wie soll ich es sagen, Pappi´s Geburtstag habe ich nicht nur verpasst, sondern auch vergessen. Dann habe ich den Umzug meiner Schwester versäumt und meine beste Freundin hat ein Baby bekommen und mein bester Freund seinen Uniabschluss. 
  • Muss feststellen, dass Deutsch anscheinend doch nicht meine beinahe  Muttersprache ist, denn mein Deutsch ist significant schlechter geworden. In nur einem Jahr!
  • Berlin mag ich sehr und ich vermisse es. Waere aber doch froh, wenn ich auswandern koennte. Auf das deutsche Wetter habe ich keine Lust. Und die Deutsche Kultur finde ich auch nicht umwerfend.
  • In einem Jahr bin ich sehr viel gereist. Habe festgestellt, dass ich alleine sehr gut unterwegs bin. Und auch festgestellt, dass ich auch sozial sein kann. Habe sehr viele Menschen kennengelernt.
  • Habe mein organisatorisches Talent ausgebessert. Immerhin habe ich nur eine Busverbindung verpasst und das auch nur, weil mein Flugzeug keine Ladeerlaubnis erhielt. Sonst war ich immer eine voellige Niete und verpasste staendig Fluege.
  • Trotz meinem Prinzessinen-dasein habe ich das Leben im Wohnheim der UNSW ueberlebt. Bin sehr stolz auf mich. War eine gute Vorbereitung auf China. Deutschland-China haette ich wohl nicht ueberlebt. Aber Deutschland-Wohnheim-China war ok.
  • mein Persisch hat sich hier verbessert. Nicht, weil ich mit Tantchen verrueckt gesprochen habe, sondern weil ich noch nie so haeufig mit meinen Eltern telefoniert habe wie in diesem Jahr.
  • Ich sollte nicht so viel einkaufen. Als meine Schwester mich besucht hat, habe ich ihr 30kg von meinem Gepaeck gegeben, damit sie es schon mal mit sich nach Deutschland nimmt. Mit 13kg bin ich nun nach Asien gereist. 36kg habe ich mit einer Cargo-Gesellschaft nach Berlin geschickt. Das sind insgesamt 79kg. Eingereist bin ich mit 45kg. Wie konnte ich sooo viel einkaufen?! Und was habe ich eigentlich gekauft?
  • In Australien habe ich den perfekten Kuesser kennengelernt. Leider stellte er sich auch als ein perfekter Herzensbrecher heraus. Das wiederum fuehrte zu einer drastischen Neujahrsresolution: 2009 machen wir es der Maennerwelt nicht leicht. Nett sein ist nicht mehr.
  • Werde keine Stadtreisen mehr machen. Finde ich nicht sooo toll. Ist nur die ersten paar Tage aufregend.
  • Was mir nach einem Backpacker-Urlaub fehlt: Kleider aus einem Kleiderschrank raus nehmen, schoene Sachen anziehen, sich wie eine Frau fuehlen, Nagellack, ein Kosmetiksalon, sauberes Bad, Bademantel, Sonntagsfruehstueck mit Zeitung, Kochen und Putzen. Freue mich schon, meine Wohnung zu putzen. Und mir fehlt meine Lieblingstasse und mein Lieblingsbestaeck.
  • Schwesterchen bleibt immer Schwesterchen. Auch nach einem Jahr Abwesenheit.
  • Habe meine Eltern durchschaut: Pappi bleibt immer cool. Bis er mich gegen eine Mauer laufen sieht. So z.B. als ich meinte, dass ich nach China reise und er nur schlechtes von China gehoert hat. Es gab Geruechte, dass europaeische Frauen geklaut und verkauft werden, dass die Kriminallitaetsrate hoch ist und dass die Chinesen sehr unfreundlich sind und man sich in den Strassen verlaeuft. Und weil in China auf Raub die Todesstrafe steht, enden viele Ueberfaelle mit dem Tod, denn der Taeter will keine Zeugen haben. Da blieb auch mein Vater nicht cool und meinte: Da faehrst du nicht hin. Bin trotzdem nach China. Kompromiss war aber, dass ich nicht mit dem Zug nach Tibet fahre. Pappi findet es gar nicht gut, dass ich in China bin. Merke ich jedes mal, wenn ich mit ihm telefoniere. Mutter hingegen ist die Panikquelle schlechthin. Auch, wenn grad keine Panik angesagt ist. Im Augenblick des groessten Chaos hingegen bleibt sie voellig entspannt. Meine Mutter kann nachs nichts einschlafen, wenn ich am naechsten morgen einen wichtigen Termin habe. Sie denkt, dass ich bestimmt verschlafe und ruft mich um 4Uhr an, um mir zu sagen, dass in 2 Stunden 6 Uhr ist und ich aufwachen muss. Um 5 uhr, 5.30, 5.45 und 6 Uhr ruft sie nochmal an. Kein Wunder also, dass ich Snooze-Abhaengig bin. Um 6.15 Uhr musste ich dann auch der Dusche und zum Telefon rennen, weil Mutti doch lieber nachprüft, ob ich auch wirklich aus dem Bett bin. Und sie macht sich auch Sorgen, wenn ich in Berlin nachts nach Hause fahre.  Zu meiner Chinareise meinte sie aber nur: Ja, wenn es dir nicht gefaellt, kannst du den naechsten Flug nach Berlin buchen. Ich glaube meine Eltern ergaenzen sich ganz gut.
  • Ein Reise-blog ist eine anstrengende, aber gute Sache. Sollte mir vor allem ersparen, alle Geschichten einmal meiner Mutter, einmal meinem Vater und dann nochmal meiner Schwester zu erzaehlen. Hat natuerlich nichts gebracht und ich musste es auch telefonisch berichten.
  • Wirtzig auch, dass ich teilweise 20 Leser hatte (kann die Statistik sehen). Tante eingerechnet (Lieben Gruss an dieser Stelle!) kenne ich nur 5 der Leser. Wer sind die restlichen 15 und wie haben sie sich auf diese Seite verwirrt? Als ich die 20 Leser Quote erreicht hatte, war ich schon kurz davor, mit Werbung Geld zu verdienen ;)
  • Und: wenn man einen Blog-Eintrag nicht sofort schreibt, schreibt man es nie. Habe meine Berichte zur Reise mit Schwester und Schwager nie beendet... und von meinem ersten Trip zu den Blue Mountains habe ich auch nie was geschrieben.
  • Man muss schon länger im Ausland sein, um festzustellen, ob es einem dort gefällt. Das erste halbe Jahr in Sydney fand ich na ja... Dann habe ich aber mehr Leute kennengelernt, kannte mich in der Stadt aus, habe die Uni durchschaut und dann gefiel mir Sydney richtig gut! Vor allem gegen ende fand ich es toll, dass ich auch mal durch die Stadt lief und jemanden begegnete, den ich kannte. Da erst hatte ich das Gefühl auch angekommen zu sein. Leider musste ich dann aber auch schon abreisen.
  • Ich brauche einen besseren und kleineren Reiserucksack. Meiner ist mir zu gross und ich drohe das Gleichgewicht zu verlieren.
  • Erneute Erfahrung: man soll immer dort wohnen, wo es einem am meisten gefällt. So hätte ich direkt an den Strand ziehen sollen und nicht etwa in ein Wohnheim, um Geld zu sparen.

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Samstag, 14. februar 2009
Heute bin ich genau 365 Tage weg von daheim.  Am 17. komme ich in Berlin an. Hatte versucht fuer den 14. einen Flug zu bekommen, war aber nix zu machen. Nun geniesse ich noch meine letzten Tage in Peking.

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Freitag, 13. februar 2009

Als ich hier ankam, herrschten angenehme 3-10 Grad. Ich habe mir die verbotene Stadt angesehen und bin auf viele Maerke, wo man ganz schoen billig einkaufen kam. Man muss aber immer verhandeln. Das wird hier erwartet. Ich komme mir manchmal bloed vor zu verhandeln, denn den Presi von 18Y auf 10Y runterzubringen, bedeutet fuer mich ein Preisunterschied von 80cent. Ist die Muehe nicht wert, man muss es aber machen.


Auf einem dieser Maerkte konnte man Deilkatessen kaufen. Das sind in China gebratene Maden, Seesterne, Seepherdchen, Scorpione, Tausendfuessler, Kakerlaken und sonstwas. Einer der Verkaeufer hat mir einen besonderen Preis angeboten fuer einen Delikatessenteller. Noe danke. Man muss mir schon sehr viel Geld anbieten, um so ein Ding zu essen. Uebrigens sind die Scorpione noch am Leben, wenn sie gebraten werden. Sie zappeln an einem Spiess...

Die verbotene Stadt ist riesig und man laeuft sich die Fuesse platt. Vor allem muss man auf Touristenfallen aufpassen. So behaupten Taxifahrer am Ausgang es fuehre kein Bus in die Stadt, dabei ist direkt am Ausgang eine riesige Bushaltestelle. Und viele bieten Fuehrungen an. Dabei erzaehlen sie aber oftmals nur Unsinn und haben von nix eine Ahnung.

Wettervorhersage verspricht mir nun kalte Tage. Nach 100 Tagen Trockenheit hat es gestern geregnet. Fand ick ned jut. Und es war auch deutlich kaelter. Gestern habe ich mir die chinesische Mauer angeschaut. Bombastisch. Dazu musste ich fuer eine Stunde mit den Oeffentlichen nach Badaling fahren. Ich dachte ich ersticke, denn es roch nach Schweiss und sonstwas. Irgendwann gewoehnt sich die Nase aber an den Geruch und man riecht nix mehr. DIe chinesische Mauer ist kein Sonntagsspaziergang. Ich war fix und alle. Teilweise betraegt die Steigung 60Grad und man kriecht foermlich die Mauer hoch. Runter ist es noch viel schwieriger! Wenn es zu steil wird, gibt es Treppen. Wenn man vor ihnen steht, hat man das Gefuehl, vor einer Mauer zu stehen, weil die Treppen so steil sind. Zudem sind die Absaetze hoch. Es gibt Stufen, die 40-50cm hoch sind. Heute tun mir die Beine weh. Habe zwar keinen Muskelkater, aber meine Beine sind echt muede.

Gestern Abend wollte ich noch ins Kino, habe aber das Kino nicht finden koennen. Daher habe ich eine DVD gekauft. 80Cent das Stueck. Hier kann man DVDs kaufen von Filmen, die noch gar nicht im Kino sind.

Chinesen sind sehr aberglaeubisch. Die Zahl 4 gilt als Unglueckszahl. Daher sind Handy-Vertraege, die eine 4 in der Telefonnummer haben, billiger. Je mehr 4ren, umso billiger. Die billigsten Nummern sind jene, die 4 mal eine 4 haben. Finde ich witzig. Heute ist Freitag der 13 =)
Als ich noch auf dem Schiff war, hat einer der europaeischen Mitreisenden einen Fisch zum Mittag bestellt. Nachdem er bei der Haelfte angekommen war, hat er den Fisch auf die andere Seite gedreht, um an das Fleisch zu kommen. Auf einmal schauten uns alle Chinesen an und schwiegen. Wir haben erst nicht verstanden, was das soll. Dann wurde uns gesagt, dass das Umdrehen eines Fisches beutete, dass das naechste Schiff, das man sieht, untergehen wird. Und wir waren auf einem Schiff. Nach dem Mittagessen kam eine Lautsprechansage. Auf chinesisch. Wir haben nix verstanden und sind in der Lounge sitzengeblieben, bis wir gesehen haben, dass alle aufs Deck laufen. Also sind wir auch hin und sahen, dass die Schiffsmannschaft in Rettungswesten gekleidet an den Rettungsboten steht. Erster Gedanke: Heilige Scheisse, das Schiff geht unter! Dann merkten wir, dass der Notfallplan vorgefuehrt wird.
Uebrigens waren alle Ansagen auf chinesische. Am ersten Abend gab es auf dem Schiff eine Willkommensparty. Wir waren nicht eingeladen. Zumindest haben wir nicht verstanden, dass eine stattfindet.


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Montag, 9. februar 2009

China ist sehr billig. Im Schnitt verdient ein Chinese umgerechnet 150Euro im Monat. Ich habe fuer 10 Tage 200 Euro gewechselt. Daher fuehle ich mich wie ein reicher Mensch. Mein Hostel kostet mir 3 Euro die Nacht. Ein 4-Sterne Hotel kostet 30Euro. Eine Nacht im Four Seasons kostet 100Euro. Eine halbe Stunde Taxifahrt kostet 5 Euro. Eine Busfahrt 10cent. Ganz gleich, wie lang die Strecke ist. Wenn man 2,60Euro fuer ein Essen bezahlt, gilt es schon als teuer. Wenn man isst, wo die Chinesen essen, kostet es 60cent. Ein Liter Wasser kostet 20cent. Eine Stunde Internet 60cent. Nach meiner Reise nach Japan bin ich froh, dass ich hier auf Preise nicht achten muss. Es lebt sich koeniglich.

Heute habe ich mich auf den Weg zum Bell Tower und Drum Tower gemacht. Mit Bus. Alleine. War erlebnisreich. Danach bin ich an ein schnuckeliges Teehaus vorbeigekommen und bin reingegangen. War suppi und ich habe endlich einen Einblick in die chinesische Teekultur bekommen. Nach 2,5 Stunden Tee trinken hatte ich eine volle Blase. Das Teehaus hatte keine Toiletten und mir wurde gesagt, dass es um die Ecke eine oeffentliche Toilette gibt. Also bin ich hin. Als ich die Tuer aufgemacht hatte, ueberfiel mich die Panik, denn OMG (Oh-Mein-Gott): die Kabinen haben keine Tueren. Genauer gesagt gibt es keine Kabinen. Es gibt einfach nur eine Reihe von Hocktoiletten, wobei es sich um Plumsklos handelt. Erst bin ich wieder raus und dachte: ne, dat machst de ned mit. Aber ich merkte wohl, dass ich sonst den Weg bis nach Hause nicht schaffe. Es gab also kein entkommen und ich musste wie alle anderen chinesischen Frauen mehr oder minder in der Oeffentlichkeit die Hose runter lassen. Fuer die Chinesen scheint das sehr normal zu sein, denn die unterhalten sich auch noch, waehrend sie pinkeln. Mir hat das wirklich Ueberwindung gekostet. Und da nicht-Chinesen anscheinend noch eine Seltenheit sind, wird man angestarrt. Auch dann, wenn man einen Moment fuer sich haben moechte. Und seitdem ich weiss, wie die Toiletten sind, trinke ich nicht mehr. Bin froh, dass es nicht Sommer ist. Dann wuerden die Toiletten auch noch bestialisch stinken. Es gibt auch kein Waschbecken.
Nach diesem Kulturschock habe ich die anderen Reisenden am Hostel abgeholt und wir sind in die Stadt, denn dort wurde der letzte Tag des chinesischen Neujahrs mit einem Laternen-Festival gefeiert. War sehr schoen. Es wurde viel geballert. Auf dem nach Hause weg war der Bus sehr voll. Und ich muss sagen, in den Bussen riecht es nach Schweiss und verfaulten Zaehnen. Nicht lecker.


Erster Eindruck von China:

Bin ueberrascht, wie viele westliche Sachen es hier gibt: KFC, McDonalds, Addidas, Apple shop....

China ist im Umbruch: McDonalds vs. Plumsklo

Wenn man mutig ist, kann man sehr billig reisen und essen. Hoffentlich verderbe ich mir den Magen nicht. Das ist meine groesste Sorge, wenn ich an die Toiletten denke...

Man darf ich China nicht zimperlich sein. Alle schreien, spucken, rotzen, ruelpsen, pupsen und schupsen. Europaeische Manieren soll man nicht erwarten.

Bin auf einen Turm gestiegen und konnte den Horizont nicht sehen. Smog.

Man muss sich hier alle paar Stunden die Nase putzen. Smog verstopft alles.

Hier wird ueberall geraucht. Es stinkt bestialisch.

Die Webseite von BBC wird von der Regierung blockiert. Meinen eigenen Blog kann ich auch nicht oeffnen. Bin froh, dass ich die Plattform oeffnen kann, um was zu schreiben.



Morgen geht es in die verbotene Stadt!


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Sonntag, 8. februar 2009

Schifffahrt von Kobe nach Tianjin war sehr langweilig. War sehr gluecklich, dass ich auf dem Schiff Tabletten gegen Seekrankheit bekommen habe, denn trotz Pillekes wurde mir am zweiten Tag uebel. Habe mich aber schnell schlafen gelegt, um die Wellen zumindest nicht bei vollem Bewusstsein zu spueren. Die Fahrt ging also reibungslos und ich hatte Zeit, mich an China zu gewoehnen, denn das Schiff wurde von Chinesen betrieben (China Express Line).
Als erstes wurde mir klar, dass die Chinesen andere Standardvorstellungen haben. Da alles, was aus China kommt, sehr billig ist, habe ich eine First Class Kabine gebucht. Nun ja, also ich moechte nicht wissen, wie die dritte Klasse aussieht, denn die erste Klasse fand ich schon schockierend. Aber immerhin hatte ich saubere Bettwaesche und das war erst mal das wichtigste. Dann habe ich mich im Flur auf die Suche nach den Toiletten und Duschen gemacht. Ich sag besser nicht, wie die aussahen. Da habe ich nicht einmal ein Foto von gemacht... Und ich dachte mir, gut, dass meine Schwester nicht mit mir reist. Sie waere von Bord gegangen. Als ich dann Abend duschen wollte, stellte ich fest, dass es nur kaltes Wasser gibt. Dummerweise musste ich wirklich duschen... Und der Duschkopf verteilte das Wasser in alle Richtungen, nur nicht nach unten, wo ich stand. Ich habe also sehr sehr schnell geduscht. Auf die Dusche habe ich am naechsten Tag verzichtet. Da stinke ich lieber nach Schweiss. Und ach ja, auf dem Schiff wurde geraucht. Es stank also abscheulich. Und die Chinesen halten sich an Regeln. So durfe ich mein Gepaeck aus Sicherheitsgruenden nicht mit mir aufs Zimmer nehmen. Obwohl es mehr als genug Platz gab, denn in meiner 4 Personen Kabine waren wir nur zu zweit. Das Personal liess aber nicht mit sich verhandeln. Das gute war, dass ich unter den Reisenden 5 weitere Europaere gefunden habe. Somit gab es wenigstens eine gute Unterhaltung. Und weil wir uns so gut verstanden habe, sind wir zusammen nach Beiking, oder Peking, wie Europaeer es nennen.
Uerspruenglich hatte ich vor einige Tage in Tianjin (Einwohnerzahl:40,2 Millionen!!) zu bleiben. Gut, dass ich das nicht gemacht habe. Um nach Beijing zu kommen, mussten wir ein Taxi bis zum Bahnhof nehmen. Ein Erlebnis nahe am Tod. Als erstes gibt es keine Sicherheitsgurte im Taxi. Es gibt die schon, aber sie sind kaputt. Dann faehrt der Fahrer wie ein Irrer, ueberholt von rechts und links, und hupt staendig. Auf der Autobahn(!) fahren Fahrraeder. Und Menschen laufen ueber die Autobahn. Und das Beste: es gibt auf der Autobahn Blindfahrer. Ich habe keine Ahnung warum, denn schliesslich gibt es auf der anderen Seite eine Bahn in entgegengesetzte Richtung... Man mag wohl den Nervenkitzel. Ein Typ auf dem Motorrad fuhr nur mit einer Hand, weil er in der anderen ein Schwert trug. Abgefahren. War schon gluecklich, als ich heil am Bahnhof ankam.
Meine Taxi-Eindruecke von Tianjin: eine sehr deprimierende und traurige Stadt. Alles grau und braun. Alte Ostblockhaeuser, akum Gruenanlagen.
Am Bahnhof haben wir einen super-duper Zug nach Beijing genommen. Der fuhr 336km/h. In 30min waren wir in Beijing. Kostenpunkt: 5 Euro. Der Zug war schon sehr luxurioes. Wir haben sogar eine Flasche Wasser bekommen. Wie im Flugzeug. In Beijing angekommen, ging es wieder in ein Taxi, um zum Hostel zu kommen. Wieder eine so rasante Fahrt. Ich lerne das Leben zu schaetzen.

 


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Donnerstag, 5. februar 2009

Eigentlich war geplant, dass der Nachtbus um 6.10am in Kobe ankommt. Bis 8 haette ich irgendwie die Zeit totschlagen muessen, damit ich um 9 aufs Schiff kann. Es kam alles anders. Mein Bus erreicht Kobe bereits um 4am. Fand ich nicht gut, denn da sieht s\die Stadt spukie aus. Zwei jubge Japaner waren so nett mich in ein Manga-Cafe zu bringen, wo ich surfe und darauf warte, dass 8.30am wird. Manga Cafes sind eine japanische Entdeckung; ein Laden in dem man Mangas schauen, surfen, schlafen, Videos gucken, Musik hoeren und essen kann. Leider auch rauchen.
Bis in 2 Tagen!
(Habe Videos hochgeladen. Fotos muss ich spaeter hochladen, da ich sie grad nicht komprimieren kann)


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Donnerstag, 5. februar 2009

Am letzten Tag in Tokyo bin ich auf den Fischmarkt. Dafuer musste ich bereits um 4.15 aufstehen, denn die Tunafisch-Auktion (Tuna ist ein seltener Fisch und vom Aussterben befroht) geht nur von 5.15 bis 6.15Uhr. War sehr interessant. Auf dem ganzen Fischmarkt war keine einzige Frau. Nur ein paar Touristen sind weiblich und ein paar Teeverkaeuferinnen. Fischer sind eben sehr aberglaeublisch und Frauen bringen ihnen Unglueck. Den Karrentraegern muss man auch immer aus dem Weg gehen. Ich glaub die Fahren einen sonst um, da kennen die nix. Denn nur die frische Ware bringt gutes Geld ein.

Video von der Tuna-Auktion (leider kann ich grad das Video nicht kippen. Sorry...)





Nach der Tuna-Auktion bin ich noch durch die Gaenge gegangen, wo andere Fische, und alles andere, was aus dem Meer gefischt wird, verkauft wird. Da darf man nicht zoegerlich umher gehen, denn die Japaner rennen einen um. Und die Gaenge sind vielleicht 30cm breit. Auf diesen Staenden wird Fisch nur  nur verkauft, sonder auch in Stuecke geschnitten. Nachdem ich sehen habe, wie eine Meeresschildkroete gekoepft und aus ihrer Schale geholt wird, kam mir die Magensaere hoch und ich musste raus. Das war mir zu viel. Einem Octopus werden auch beim lebendigen Leibe die Tentakeln abgeschnitten. Was wir Tieren alles antun... und sie muessen den Schmerz stumm ueber sich ergehen lassen. Abartig. Sie sind uns so hilflos ausgeliefert...
Nach einer Pause an der frischen Luft bin ich in einers der nahen Sushirestaurants, die taeglich vom Markt beliefert werden. Leider hat keiner english gesprochen und ein Menu gab es auch nicht richtig. Daher nahm ich das Sushi Breakfast. Keine gute Idee. Mir wurde uebel und ganz viele Sachen habe ich ohne Kauen geschluckt, um es nicht zu schmecken. Nachher musste ich ein Stueck Schokolade essen, um den Fischgeschmack zu ueberdecken. Fuer das Ess-Dich-Uebel-Fruehstueck habe ich 28Euro bezahlt. Fand ich nicht gut. Gruen im Gesicht bin ich dann zum Hostel zurueck und habe den Tag mit Lesen verbracht.
Werde heute nach ein Buch klauen. Mein erster Diebstahl. Ich konnte kein Buch auf English autreiben und will mich auf meiner Schiffsreise nicht langweilen. Im Regal im Hostel habe ich Geisha gesehen und mitgenommen...


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Mittwoch, 4. februar 2009

Kurz vor meiner Abreise muss ich noch ein paar Eindruecke und Beobachtungen festhalten:

  1. Es gibt kaum Auslaender in Japan, denn die Einwanderungspolitik ist sehr streng. Oftmals bin ich weit und breit der einzige Auslaender. Bin aber anscheinend nicht so ungewoehnlich, denn keiner starrt mich an.
  2. Japaner haben keine Paranoia vor Dieben. Im Hostel werden die Tueren aufgelassen, Schuhe stehen in der Eingangshalle, Laeden lassen ihre Waren unbeaufsichtigt draussen stehen und es gibt keine Kameras in Einkaufshausern. Diebstahl ist hier wohl kein sonderliches Problem. Neulich hat einer am Bahnhof versucht, einer Frau die Handtasche zu entreisen. Sofort sind 3 Maenner dazwischen gegangen und haben den Uebeltaeter ueberwaeltigt.
  3. In Nara gab es einen Tempel, wo Rehe leben. Sie gelten als heilig. Da sie aber nicht nur im Tempel bleiben, sah man Rehe auch auf der Strasse. Daher fuhren alle immer ganz vorsichtig. Man kann auch an vielen Orten Kekse fuer die Tiere kaufen. Sollte man ihnen keine Kekse mitbringen, ist Achtung geboten. Ein Reh hat versucht die Riemen meines Rucksacks zu essen, als ich ihn nichts zu essen anbieten konnte.
  4. Japaner sind verrueckt nach Melodien. Ueberall hoert man ueber Lautsprecher eine Melodie: auf dem Klo, auf der Strasse, in der U-Bahn, an Kreuzungen, in Einkaufspassagen. Verwirrend vor allem fuer Blinde, denn an Strassenueberquerungen wird immer eine andere Melodie gespielt, so dass man nicht wissen kann, ob das irgendeine Melodie ist, oder jene, die besagt, dass grad gruen ist.
  5. Japaner sind auch verrueckt nach Gloeckchen. Jeder hat ein Gloeckchen als Schluesselanhaenger, Handyanhaenger oder sonstwas. Daher bimmelt es auf den Strassen recht haeufig.
  6. Japaner moegen warme Klobrillen. Zwar ist das Klo unbeheizt, die Klobrille ist aber warm. Elektrische Klos. Die witzigste Entdeckung schlechthin. Die Spuelung ist sehr leise. Fuer diejenigen, die das Flush-Geraeusch vermissen, gibt es einen Knopf, der das Geraeusch abspielt.
  7. japaner essen Nudeln mit Zwiebeln zum Fruehstueck. Igitt sag ich nur
  8. In Japan haben nur die ganz grossen Strassen einen Namen. Hauesser haben auch keine Nummern. Als Anschrift gibt man an: 3 Strassen noerdlich von der  Kuramae strasse,  links abbiegen,  an der Tankstelle vorbei, blaues Haus gegenueber dem Baecker. Mit solchen Beschreibungen musste ich meine Hostels finden. War sehr witzig. Aber es funktioniert.
  9. Japaner essen alles moegliche. Nicht nur rohe Fische, sondern auch lebendige Fische.
  10. Japaner essen rote Bohnen suess. Als Nachspeise. Es gibt auch Broetchen gefuellt mit suessen roten Bohnen. Das mag ich gar nicht. Da ich aber die Aufschrift nicht lesen kann, erlebe ich oft eine boese Uberraschung.
  11. P.S.: Aufschrift nicht lesen koennen. Neulich habe ich eine Wurst gesehen, auf deren Verpackung eine Katze abgebildet war. Da wurde mir ganz uebel.
  12. In Japan hat keiner Hunde oder Katzen als Haustieren. In Tokyo gibt es einen Laden, wo man Katzen streicheln kann. Eintritt ist  6 Euro. Fuer Haustiere braucht man Zeit und das haben die Japaner nicht. Die Arbeiten an 6 Tagen die Wochen und das fuer 10-12 Stunden am Tag. Das ist die regulaere Arbeitszeit. Hinzu kommen die Ueberstunden. Abends um 11 herrscht Rushhour, denn die Japaner fahren dann von der Arbeit nach Hause. Durch die hohen Arbeitszeiten schlafen die Japaner in der U-Bahn immer ein. Wunderlicherweise wachen sie bei ihrer Station wieder auf.
  13. Habe mich gefragt, warum die Japaner immer so komisch gehen. Nun weiss ich es: Es gibt nur 3 Schuhgroessen: S-M-L. Wenn man Pech hat und eine Schuhgroesse dazwischen hat, muss man entweder zu grosse oder zu kleine Schuhe tragen. Keiner wunder also, dass alle schlecht gehen.
  14. Auf japanischen Speisekarten steht haeufig die Kalorienanzahl drauf. Verdirbt den Appetit, finde ich.
  15. Fuer Japaner ist das Putzen der Nase in der Oeffentlichkeit genauso schlimm, wie sich den Hintern abzuwischen. Daher ziehen alle die Nase hoch. Wusste ich nicht. Habe durch meine Erkaeltung alle 2min. die Nase geputzt.
  16. Es gilt auch als sehr schlimm im Gehen zu essen. Daher gibt es nirgendwo auf den Strassen Muelleimer, denn was soll der Japaner schon wegschmeissen wollen? Er benutzt kein Taschentuch und hat keine Verpackungen vom Essen-2-go, um es wegzuschmeissen. Die Strassen sind ueberdurchschnittlich sauber.
  17. Auf den Strassen wird auch nicht geraucht. Striktes Verbot. Fuer die Raucher gibt es gekennzeichnete Raucherinseln. Alle halten sich daran. Finde ich gut.
  18. Man soll seine Staebchen auch nicht in der Reisschuessel stehen lassen. Das ist Teil der Beerdigungszeremonie und daher unangebracht.
  19. Im Restaurant, Imbiss oder Teehaus bekommt man, wenn man rein kommt, ein heissen Handtuch. Wusste erst nicht, was ich damit anfangen sollte. Dann habe ich erfahren, dass man damit sein Gesicht und seine Haende sauber macht, bevor man mit dem Essen anfaengt.
  20. In Japan gilt es als hoeflich beim Essen die Schluerfen. Dann heisst es, dass das Essen lecker ist. Finde ich ganz scheusslich und habe wirklich grosse Muehe, wegzuhoeren. Der letzte Schluck Tee muss auch geschluerft werden. Dann weiss der Gastgeber, dass er nachschenken muss.
  21. Japaner sind in allem extrem. Sie arbeiten extrem lange und viel und sie trinken extrem. Wo der Japaner grad warm wird, habe ich mir schon die Seele aus dem Leib gekotzt und liege besoffen unter dem Tisch. Nach der Arbeit gehen die meisten mit Kollegen und Chef trinken. Und solange der Chef trinkt, muss man mittrinken.
  22. Ausgerechnet in der Metropole Tokyo sehe ich Kimonos am haeufigsten. Meistend werden sie von aelteren Frauen getragen, die aus der Oberschicht stammen. Ist ihrem Verhalten anzumerken. Ein Kimono ist auch eine teure Sache... Da zum Kimono auch immer eine entsprechende Frisur gehoert, tragen die Frauen dann kuenstliches Haar.
  23. Japaner sind sehr sauber. Ueberall muss man seine Schuhe ausziehen (selbst in der Bank) und in jedem Restaurant und Imbiss gibt es am Eingang ein Waschbecken, wo man seine Haende waschen kann.
  24. Japaner sind verrueckt nach Hueten.
  25. Habe 2 Naechte in einem Ryokan geschlafen. Das sind alte japanische Holzhaeuser. Habe mir den allerwertesten abgefrohren. Weiss aber nun, wie alte Haeuser aufgebaut sind. Sehen aus wie Schachteln in Schachteln. Jedes Zimmer hat nur eine solide  Wand. Die anderen 3  sind Schubetueren und gehen auf einen Flur. Verrueckt.

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Montag, 2. februar 2009
Bin heute nach 6 Stunden Fahrt in einem Nachtbus in Tokyo angekommen. Bin froh, dass ich selbst im Stehen schlafen kann und daher recht ausgeschlafen die Stadt erkunden konnte. Aus Versehen habe ich eine Einsicht in die Stadt erhalten, die recht ungewoehnlich ist. Mein Bus kam um 6 Uhr in der Fruehe an und ich wurde am Bahnhof rausgelassen. Dann stellt ich fest, dass ich den Zettel, auf dem die Adresse meines Hostels stand, verloren hatte. Kein Problem dachte ich und macht mich auf die Suche nach einem Internet Cafe. Es war keines aufzutreiben und der Bahnhof war recht spukie... Dann habe ich angefangen das Personal nach einem Internetcafe zu befragen, aber die schicken mich staendig hin und her und ich fand einfach kein Internet. Eines der Bahnangestellten konnte gar kein English und holte irgendwann ein English-Buch mit den wichtigsten Saetzen raus und zeigte auf "Wo wollen Sie denn hin?" Das wusste ich ja nicht, das war ja das Problem. Leider gab es aber dafuer keinen Satz in seinem Englishbuch. Also irrte ich weiterhin durch den weltgroessten Bahnhof herum. Irgendwann fragte ich eine Gruppe junger Japaner, die mich freundlicherweise zu einem Manga-Cafe gebracht haben, wo ich ins Netz konnte. Die waren auch noch so nett meine Rechnung zu begleichen, mir meine Fahrkarte zu kaufen und mich in die U-Bahn zu setzen. Unglaublich. Im Hostel habe ich meine Sachen abgestellt und bin auf den lokalen Markt. In einem Secondhandshop habe ich dann zwei wunderschoene Kimonos fuer umgerechnet  20Euro gekauft. Eines fuer mich, und einem fuer meine Schwester. Neue  Kimonos kosten 3000-5000Euro. Also waren meine echt ein Schnaeppchen! Bin noch dabei, die traditionelle Obi-Schleife im Ruecken zu ueben.... Auf meiner Besichtigung eines Tempels habe ich einen alten Japaner kennengelernt, der mir den Unterschied zwischen Tempel und Schrein erklaert hat. Dann hat er mich noch zu einem Fortuneteller eingeladen. Dabei ruettelt man an einer Schachtel voll mit Staebchen, die mit einer Zahl versehen sind. Per Zufall waehlt man dann ein Staebchgen aus und bekommt entsprechend der Zahl einen Zettel mit der Zukunftsvorhersage. Meine Zukunft sieht rosig aus. Es waere eine gute Zeit zu verreisen, ich waere sicher und wuerde viele Menschen kennenlernen. Es waere auch ein guter Zeitpunkt fuer einen Umzug.
Hier zwei Videos vom Tempel:




Nach meinem Tempelbesuch habe ich mir ein Plastik-Food Laden angesehen. Sehr witzig. Plastik-Food Laeden verkaufen Plastiknachbildungen von japanischen Gerichten. Diese stehen dann bei vielen Restaurant im Schaufenster, damit auch jeder Tourist weiss, was ihn erwartet, wenn er es bestellt. Verrueckte Stadt.
Abends bin ich dann mit einem anderen Reisenden, den ich im Hostel kennengelernt habe, in das Rotlicht- und Drogenviertel; etwas, was es offiziell in Japan nicht gibt. Sehr interessant. Man sieht keine Frauen auf den Strassen oder in den Schaufenstern, sondern nur Bars, die  mit Bildern und Mangas verdeutlichen, dass es darim Prostituierte gibt. An der Tuer steht dann die japanische Mafia, ganz in Schwarz angezogen.Fotos darf man dort nicht schiessen und ich finde sie haben mir recht deutlich gezeigt, dass ich unerwuenscht bin. War sehr interessant. Japaner scheinen  paedophil  zu sein. Abgesehen davon, dass die Maedchen wie 12 aussehen und Sexzeitschriften Bilder von 16 jaehrigen Maedchen abbilden, sind Gummipuppen 1.20m gross.  Ich wuerde sagen, dass ist die Groesse eines Kindes. Sehr erschreckend. Es gibt in Japan auch kein Gesetz, dass die Verfuehrung Minderjaehriger verbietet. Auf meinem Nachtspaziergang hat dann Tokyo auch durch die zahlreichen Obdachlosen seinen Glanz verloren.
Nach einer Fahrt in das 45. Stockwerk eines Gebaeudes habe ich dann auch die vielen Lichter der Stadt gesehen. Funky. Und wir sind in ein altes japanisches Viertel, wo die Bars traditionell so klein sind, dass maximal 3-5 Personen reinpassen. Sooo schnuckelig. Leider sehr teuer, denn man zahl schon fuer das Betreten 8Euro und dann noch die Getraenke. Touristen waren kaum da, meistens werden diese Bars von Japanern besucht. Durch die hohen Mietkosten sind diese Bars leider bedroht, da die Kosten von den wenigen Besuchern kaum gedeckt werden. Man kam an einem Abend maximal 10 Gaeste habe. Definitiv einen Besuch wert, wenn man hier ist!


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Samstag, 31. januar 2009
War heute in einem dieser japanischen Baeder. War vulkanisch. Hatte schon Schwierigkeiten, in das Wasser zu steigen, denn es war richtig heiss. Danach war ich japanisch essen, wobei mein Essen nicht ganz so aussah, wie ich es mir vorgestellt hatte. Auf der Karte standen Nudeln mit geriebenen Suesskartoffeln. Keiner hat aber erwaehnt, dass die geriebenen Kartoffeln roh sind. Und das fand ich einen ticken zu schleimig. Haben wir trotzdem gegessen.


Abends haben wir uns im Hostel eine DVD angesehen: The last Samurei. Extra fuer den Filmabend habe ich Chips gekauft. Das Bild sagte mir, dass es duenne Chips mit Salz sind. Waren aber diche Suesskartoffelscheiben mir Zucker. Die Japaner scheinen Suesskartoffeln zu lieben. Schmeckt mir nicht unbedingt.

Ich huste mir weiterhin die Lunge aus dem Leib. uebrigens haben die Japaner eine panische Angst vor krankheiten. Alle tragen einen Mundschutz. Vor allem, wenn ich zu husten anfange.

Morgen habe ich noch den ganzen Tag, um mit Kyoto anzusehen (was ich bisher nicht geschafft habe) und dann geht es mit dem Nachtbus nach Tokyo. Urspruenglich wollte ich gar nicht nach Tokyo, aber kleinere Reiseziele sind so teuer, da man nur mit der Bahn hinkommt und das ist teuer.

Habe schon 2 Woerter gelernt: arigato (danke) und hi (ja). Ansonsten muss man einfach laecheln und den Kopf neigen.

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Freitag, 30. januar 2009
Auch der zweite Tag in Kyoto wird wohl langweilig, denn ich muss mich weiterhin ausruhen. Nach 12 Stunden schlaf. Mir ist langweilig. Haette ich mir doch ein Buch gekauft. Nun habe ich keinen Zugang zu english sprachigen Buechern. Haette ich mein Laptop dabei, koennte ich meine Arbeit schreiben oder Fotos editieren. Aber jetzt...  Habe mich an allen Katalogen satt gesehen. Die Japaner lesen ein Buch auch von hinten nach vorne. Wie die Iraner. Die Seiten werden von oben nach unten gelesen. Dat machen wir nicht. Wir lesen von rechts nach links. Mir ist langweilig.

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Donnerstag, 29. januar 2009

Musste einen Ruhetag einlegen. War zu schwach, um noch etwas zu unternehmen. Habe es grad mal mit dem Zug von Nara nach Kyoto geschafft und mir ein besseres Hostel gesucht. Mit Heizung. Nun ist aber Bettruhe angesagt. Morgen moechte ich mir einen entlegenen Tempel ansehen und anschliessend in ein Spa gehen. In Japan gibt es durch die zahlreichen Vulkane viele natuerliche Warmwasserquellen. In Kyoto bleibe ich wohl laenger. Gefaellt mir gut. Und ich muss es etwas langsamer angehen.

Bin in Japan auf Diaet. Unfreiwillig. Essen ist hier so teuer, dass ich mich auf Fruehstueck und eine warme Mahlzeit reduzieren muss. Heute habe ich mir Nudeln gekauft und eine Packung Gemuese, um Suppe zu kochen. Dann habe ich noch Salz gekauft, 4 Kiwi, 1 Kartoffel und 6 Scheiben Brot. Kostenpunkt: 17 Euro.

Auswaerts esse ich nur dann, wenn ich was japanisches probieren will. So war ich in Osaka in einem japanischen Imbiss essen, weil es so guentig war. Ich hatte nicht wirklich eine Ahnung was ich bestelle, denn die Karte konnte ich nicht lesen. Und die Bilder neben den Namen sagten mir nicht viel. Also habe ich mich an den Preisen orientiert und irgendwas, was nach einem Menu aussah, bestellt. Ich bekam eine Schale Reis, Gemuese, ein Ei, eine Miso Suppe, gruene Blaetter, mit denen ich nichts anzufangen wusste und eingelegtes Gemuese. Und Staebchen. Was voellig verloren... hatte keine Ahnung was ich mit den gruenen Blaettern machen sollte und was das Ei so einsam auf meinem Teller macht. Habe mich umgeschaut, was die anderen mit ihrem Essen machen, aber die hatten alle was anderes bestellt... Also schnappte ich nach dem mir bekannten Ei und schlug es auf. Was ich nicht wusste: es war roh. Wie haette ich auch wissen sollen, dass die Japaner rohe Eier essen. Nicht ganz. Wie ich spaeter beobachten konnte, mischen sie das rohe Ei in das Reis. Es stellte sich weiterhin die Frage, was die gruenen Blaetter sollten. Weiss ich bis heute nicht.
Ubrigens habe ich recht lange in dem Imbiss gesessen, denn mein Salat hatte Maiskoerner und ich konnte sie nur ganz schlecht mit den Staebchen essen. Gabeln gab es nicht. Guehlte mich wie ein Depp.
Japan ist funky!

Gesten bin ich in ein japanisches Teehaus. Musste ich auch ausprobieren. Die Beschreibung der nachspeisen war: suesse Bohnen, Reis. Habe ich bestellt. Bekam eine suesse Suppe mit roten Bohnen und einem Teig aus Reismehl. Glaube ich. War gut. Bissel zu suess.

Dann habe ich mir woanders Kartoffelbaellchen zum Fruehstueck bestellt. Zumindest sah es nach Kartoffelbaellchen aus. War irgendwas mit Fisch. Und das zum Fruehstueck. Habe es trotzdem aufgegessen. War ja auch teuer.

Ein anderes mal habe ich -wie ich dachte- ne Apfeltasche bestellt. war schon eine Tasche, aber gefuellt mit irgendwas und Curry. Auch nicht lecker zum Fruehstueck. Trotzdem aufgegessen.

Ich versuche gar nicht mehr herauszufinden, was ich bestellt. Wir probieren aus

Japaner sind sehr nett. Sie sprechen kein english und antworten mir immer auf japanisch. Irgendwie funktioniert das aber. Wenn ich ganz doll verzweifle, mach mein Gehirn einen komischen Sprung: ich spreche dann mir ihnen auf Spanish oder Russisch. Als ob die das besser verstuenden... Habe ganz lange gebraucht, bis ich klar machen konnte, dass ich eine Briefmarke fuer Postkarten nach Europa haben will. Obwohl der Mann mich nicht verstand, habe ich die richtige Marke bekommen :)

Noch so ein Ding: als ich morgens in Zug fuhr, ist mir aufgefallen, dass nur Frauen im Zug sind. Richtig erstaunt dachte ich: Mensch, in Japan scheinen ganz schoen viele Frauen zu arbeiten. Dann ist mir aufgefallen, dass Zuege Abteile haben, die extra fuer Frauen reserviert sind.

Die japanischen Frauen sind sehr stylish. Geschminkt, frisiert, gestylt, hochhackige Schuhe. Unglaublich! Zudem sind sie sehr schoen. Es heisst ja, dass japanische Frauen zu den schoensten zaehlen. Das kann man sich kaum vorstellen, wenn man nicht in Japan war. Sie sind aber wirklich sehr schoen.


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