Sonntag, 18. mai 2008
Im Juni kommt der Papst nach Sysdney. Dass wusste ich schon länger, war nicht von begeistert, aber nun ja... Jetzt habe ich aber die schlimmste Nachricht gehört: Gottes Schäfchen, die extra wegen dem Papst aus ganz Australien angereist kommen, werde in der Sporthalle an der Uni und in den Colleges untergebracht. Das bedeutet: wenn hier im International House ein Zimmer frei ist, wird es an die Papst-Besucher vermietet. Dummerweise sind sehr viele Zimmer frei, da die meisten über die Sommerferien nach Hause fahren. Das werde ich nicht überleben. All diese christliche Nächstenliebe... Hoffentlich spielen sie keine Gitarre und hoffentlich singen sie nicht!

P.S.: was es bedeutet aus ganz Australien anzureisen: Australien ist ungefähr so groß wie die Fläche von London bis Moskau.

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Samstag, 17. mai 2008
Nachdem ich  herzlich über die Aussprache der anderen Ausländer gelacht habe, muss ich von meiner eigenen Verwirung berichten:
Als meine Kamera den Arbeitsvertrag aufgelöst hat, habe ich mich auf den Weg zur größten Einkaufsmeile gemacht, um mir eine neue zu kaufen.
Zielort: Bondi Junction. 
Beschreibung: Einkaufmeile mit 6 Stockwerken und über 500 Geschäften.
Am Infoschalter, wo mit eine Mappe geben wurde, in der alle Läden verzeichnet waren, wurde ich skeptisch. Wollte aber nicht schon so früh aufgeben und habe mich einem Pfadfinder auf den Weg gemacht mir die Angebote anzuschauen. Was das hin- und herlaufen zwischen den Geschäften besonders schwierig gemacht hat, war die Tatsache, dass man einige Flügel des Hauses nur über bestimmte Stockwerke erreichen konnte. Dahe bin cih einige Male um mich selber herumgeirrt und bedauert keinen Kompass dabeizuhaben. Alles sehr verwirrend.
Nach einer ewigen Odyssee habe ich dann eine Kamera in dem Laden gekauft, in dem ich als erstes war und musste zugeben, dass ich ganz schön müde Beine hatte. Just in diesem Augenblick wurde ich auf ein Schild aufmerksam: Restroom und dachte mir: ja, ich könnte jetzt auch a rest gebrauchen. Also ist klein Milla schön dem Schild gefolgt, in großer Vorfreude auf eine kleine Lounge und ist dann auf der Frauentoilette gelandet.

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Freitag, 16. mai 2008
Libra:

  1. Im Schnitt erledigt man mit der linken Hand 56% der Tipparbeit (während meiner Abschlussarbeit habe ich auf der rechten eine Sehnenscheidenentzündung bekommen. Aber gut zu wissen, dass die linke die eigentliche Arbeit geleistet hat)
  2. 10% der Weltbevölkerung sind linkshänder
  3. Nach dem 30. Lebensjahr fängt der Mensch an zu schrumpfen (ichhabe nur noch 3 Jahre..)
  4. Im Laufe des Lebens isst der Mensch während er schläft 70 Insekten und 10 Spinnen. (statt mir die Augen zuzubinden werde ich mir demnächst den Mund zubinden)
  5. Ein Floh kann mit einem Sprung das 350 fache seiner Größe überwinden. Für den Menschen entspricht das einer Entfernung eines Fußballfeldes.

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Donnerstag, 15. mai 2008
Hier ist die Erdanziehungskraft höher. Zumindest sagt mir das meine Waage. Bin auf 57kg gerutscht. Was an sich nicht so schlimm ist, nur erweist sich meine Jeans nicht als sonderlich flexibel. Anfangs habe ich mir die übertriebene Körpereinengung in der Jeans logisch erklärt:
Als es mir zum ersten Mal auffiel, meinte ich: Ach das ist ganz normal. Gestern hast du so viel Sport gemacht, da sind deine Beine heute angeschwollen. Wenn ich dann aber keinen Sport betrieben hatte, hieß es: Ach das ist normal. Gestern hast du den ganzen Tag lang am PC gesessen. Da schwellen die Beine an. Dann gab es eine weitere Ausrede: ach, du bekommst bald deine Tage. Da ist es ganz normal, dass dein Körper anschwellt. Beste Ausrede: die Jeans ist frisch gewaschen. Nun ist aber Schluss mit Lustig. Bin auf Diät und zähle kcal/p.p. was das ist? Kalorie per pleasure. Es wird nur gegessen, wenn es sich auch wirklich lohnt. Weitere wichtige Einheit: kcal/u.m.: Kalorie per uncomfortable minute. Lohnt sich die Kalorie, um eine Minute in der unbequem engen Jeans zu sein? Weitere Maßnahme: täglich 1 Stunde Sport.
smilie_sp_049.gifAm ersten Tag habe ich mich fast umgebracht. Habe mich für das Laufband entschieden und - wir sind ja so sportlich - Stufe 4 steigend eingestellt. Ergebnis: als ich Stufe 10 erreicht hatte, lief ich wahnsinnig schnell. Auf Stufe 12 war ich einem Sprint nahe. Völlig überfordert drückte ich hektisch auf die linke Taste, um die Stufe runterzustellen. Da aber in Australien alles anders herum ist, war die linke Taste für die Steigerung zuständig. Also wurde es immer schneller und schneller. Ich drohte schon an die Wand zu klatschen. Rettung kam in letzter Sekunde! Nun habe ich die Maschine ganz unter kontrolle.

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Dienstag, 13. mai 2008
Was manch einem ausländischen Studenten Schwierigkeiten bereitet, ist die englische Aussprache. Damit meine ich nicht das "ze" statt "the", was vor allem bei den Deutschen vorzutreffen ist, sondern Schwierigkeiten, die die Kommunikation fundamental stören.

So fragte mich ein spanischer Kollege ob ich ein Tis-sue hätte. Völlig verwirrt fragte ich ihn: was? A tis-sue. Habe ich wieder nicht verstanden. Langsam wurde er zornig und sprach es ganz deutlich aus: A TIS-SUE. Hä? Dann habe ich seine triefende Nase entdeckt und verstand was er wollte: a tissue. Ausführlich habe ich ihm erklärt, wie das mit dem doppel-S funktioniert. Eine Woche später kommt er zu mir und erzählt von seinen Schwierigkeiten an der Uni. Er arbeitet an einem Forschungsprojekt und kommt mit der Recherche nicht voran. Bündig meint er: "it's a difficult is-sue."

Bei einer Party im International House ging auf die Tanzfläche, um zu tanzen. Irgendwann drehte sich der chinesische Kollege, der neben mir getanzt hat, zu mir und meinte: "too much ass". Ich schaute ihn verwirrt an und er wiederholte sein Kommentar: "too much ass". Ich fange an böse zu werden, denn hey, was hat der Typ mit meinem Allerwertesten zu tun? Da wagte er es nochmal: "too much ass" und verdeutlichte mir mit einer Geste, was er eigentlich sagen wollte: "too much BASS"

Ein anderes mal treffe ich im Treppenhaus meine italientische Kollegin und frage sie, was sie denn so macht und sie sagt: "I am washing my shits" Ich dämpfe die Stimme und frage sie, ob mit ihr alles in Ordnung ist. Und sie meint: "yeah, yeah, why?" Ich dachte das arme Kind hat sich den Magen verdorben und quält sich jetzt über das Wochenende. Ich könnte sie zum Arzt begleiten, wenn sie will, oder Medikamente besorgen. Aber wenn sie meinst, dass es ihr gut geht... vielleicht habe ich was falsch verstanden. Ich wollte nicht weiter nachfragen und meinte: "oh, I'm just asking".
Das Wochenende darauf fand an der Uni eine Toga-Party statt. Die gleiche italienische Kollegin wollte hingehen und ich fragte sie, was sie denn zur Toga-Party anziehen wolle. Da meint sie: "I will wear my shits". Hm. Anscheinend stand mir meine Ratlosigkeit im Gesicht geschrieben und sie klärte mich auf: "i will take off my shits from my bed and wear them as a dress." Dann fiel auch bei mir der Groschen: sie meint die ganze Zeit sheets! Dann habe ich ihr den Unterschied zwischen shits und sheets erklärt und wir haben die Aussprache geübt, denn sheets bereitet ihr Schwierigkeiten.

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Montag, 12. mai 2008
In welche Richtung fährt der Bus im Bild?














Nach links oder nach rechts?
       
            Du kannst dich nicht entscheiden?
      
                      Schau dir das Bild nochmal sorgfältig an!
      
                                  Du weißt es immer noch nicht?

Vorschulkindern wurde das gleiche Bild gezeigt und genau die gleiche Frage gestellt.
90% von ihnen gaben diese Antwort:

"Der Bus fährt nach links."

Auf die Frage: "Warum glaubst du, dass der Bus nach links fährt?" antworteten sie:

"Weil man die Tür nicht sehen kann, um in den Bus einzusteigen."


Wie fühlst du dich jetzt???

Ich weiß, ich auch.

   

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  • : Liebe Freunde, ein Blog für meinen Aufenthalt in Australien :) Viel Spass beim Durchstöbern der Bilder und beim Lesen australischer Kuriositäten!
  • : 9.03.2008

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