Ich bin
das Mädchen, dem ein Laken ausgebreitet im Garten
zu einem Palast wurde aus leuchtenden Farben,
zu einem Reich, in dem die Vögel mich zum Tanzen einluden
und meine Locken,
glänzend in der Sonne,
an meinen Ohren raschelten
und meine Schritte immer schneller und schneller wurden,
bis ich stolperte und in ein Meer aus Pusteblumen fiel.
In einem Garten,
in dem die Düfte der Blumen zu Boten kleiner Geheimnisse wurden und
der Wind mir einen unbekannten Namen zuflüsterte
aus einem fremden, magischen Ort,
an dem es einen Gefährten gibt,
der auf mich wartet,
sprach ich Zauberformeln und streute Sand in alle Windrichtungen.
In den Wolken, im Meer, auf Baumkronen, im Moos, im Gebüsch, auf Wiesen, in
Keimen, unterm Laub suchte ich Dich
und fand Dich zwischen Steinen.
In unzähligen Schriften schrieb ich unsere Namen auf bunten Blütenblättern,
blies sie in alle Winde
und bat die Schmetterlinge sie zu Dir zu bringen.
Doch unsere Namen verwischte der Regen,
meine Blütenblätter erreichten die Steine nicht,
die Steine ließen Dich nicht zu mir kommen.
Ein Laken ausgebreitet im Garten
hätte zu unserem Reich werden können, in dem
unsere Becher vom Regen gefüllt werden,
Ameisen uns auf ihren Rücken Brotkrümel bringen,
feuchte Gräser unsere nackten Füße kitzeln,
unser Lachen alle Krähen aus den Bäumen verjagt und
der Wind unser Haar miteinander verknotet.
Während ich
meine Worte wiederholte,
dir Spuren hinterließ und
mir Wünsche in die Zöpfe flocht,
sah ich,
dass mein Haar an Schwärze verliert,
erkannte ich, dass
der Wind,
die Blumen,
die Sonne,
die Vögel
mich angelogen hatten.
(20/03/2006)